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Korsika / Bastia

Nachdem sich das Wasser beruhigt hat, die Schaumkronen weg sind, was sich schon ab der zweiten Nachthälfte bemerkbar machte, beschließen wir unseren Urlaubsort zu verlassen und mal zu sehen, wie es denn mal wieder mit Segeln ist.

Segelspass!

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Die grobe Planung heißt Korsika, das Feintuning über das Ziel werden wir vornehmen, wenn wir an der Südspitze von Capraia sind. Wir legen ab und setzen draußen vor dem Hafen die Segel. Als wir das Kap querab haben, ist ziemlich schnell klar, daß es ein ganz schönes Gebolze in Richtung Marcinaggio sein wird, das ist nur mit Gekneife oder einer langen Zielkreuz zu machen, denn der Wind kommt aus W. Ich probiere es mal mit Abfallen auf die Zielgerade Richtung Bastia, und siehe da, die Wellen sind doch gar nicht so arg, das gereffte Groß ist fein, die G2 auch und die Lage hält sich in Grenzen.

Rauschefahrt

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Einfach laufen lassen. Und wie! Wir sind nach 5 Stunden vor der Hafeneinfahrt von Bastia Vieux Port. Fünf Stunden Rauschefahrt, mit Topspeed von 7 Knoten, machen uns Grinsen und die letzten 2 Gammeltage vergessen.
 

Morbider Charme - Bastia

Wir bekommen einen Platz an der alten Hafenmole - kleine Schiffe haben auch Vorteile - der frei von Schwell ist und genießen die Nachmittagssonne. Der morbide Charme von Bastias altem Hafen fängt mich immer wieder ein. Nur wenige Häuser sind renoviert oder neu gestrichen, die Mehrzahl sind richtig alte, rotte Gemäuer.

Bonjour Bastia!

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Bastia Vieux Port

In der Capitanerie melde ich uns an, die Jungs bemühen sich um Englisch - aber als sie merken, daß ich ihr Französisch scheinbar zwar verstehen, aber nicht sprechen kann, wechseln sie direkt um.

Die Duschen sind im geichen Gebäude und in einem Zustand, daß wir nur den Kopf schütteln können. Es steht eine schuhhohe Wasserlache überall, bei den Damen müffelt ein kalter, nach Fisch stinkender Grill rum. Uargh.
Also in Schlappen und Badehose plus Handtuch und Seife los. Um- oder Anziehen ist in dem Feuchtraum nicht. Geht schon, ein Euro macht recht lange Wasser aus der Wand.

H-Boot in Sicht!

Zurück am Schiff, sehe ich einen weit nach hinten geneigten Mast, der in der Hafeneinfahrt im Sichtfeld vorbeigleitet und denk' das kennste doch - und siehe da, es kommt ein H-Boot. Vom Starnberger See.

Kleine Welt, kleine Schiffe. Man freut sich immer, auch noch jemanden zu treffen, der mit < 10 Meter unterwegs ist. Aber das hat sich in Bastia schlagartig geändert.

Es liegen sehr viele kleine Jeanneaus und Beneteaus im Hafen, die Anzahl der Yachten über 12 Meter ist verschwindend gering. Ich glaube, es liegt an einer anderen Segelkultur in französischen Sprachraum. 

parlez-vous... ?

Petra hatte Bedenken wegen Korsika. Eigentlich wollte sie lieber länger im italienischen Sprachraum bleiben - obwohl sie selber gar kein Italienisch versteht oder spricht. Ich habe zwar in der Schule Französisch lernen müssen, aber das ist größtenteils verdrängt und überlagert durch rudimentäre italienische Sprachkenntnisse.

Und nun, so ihre Überlegung, bekommen wir auf Korsika ein Problem, weil die Franzosen (pardon Korsen) eben keinerlei andere Sprache sprechen als Französisch. Zumindest so ihre Erfahrung beim letzten Mal, als wir mit einer Crew von 8 Personen unterwega waren, von denen nur zwei ziemlich gutes Französisch sprachen.

Aber dem ist nicht so.

Menu Corse

Was uns gefällt sind die Menüs in den Restaurants. Zwei bis vier Gänge, auch fünf, mit jeweils drei Dingen pro Gang zum Auswählen. Prix fix. 15 bis 18 Euro.

Das klingt für mich gut. Und ist nach der Ess-Erfahrung auf Capraia echt 'ne andere Welt. 50  Euro für 2 Pizzen und Salat und je ein Bier (I) gegen korsische Wurst- oder Käseplatte, Muscheln, Wildschweinragout und Dessert plus Wein zum selben Preis. Ich mag die Esskultur. Man lernt so zu einem relativ kleinen Einstandspreis die lokalen Leckereien kennen.

Bevor wir diese positive Ess- Erfahrung machen, wandern wir noch ein wenig durch die Stadt, suchen nach der Boulangerie und nach einem Supermarkt, denn wir müssen unsere Vorräte ergänzen.

Von Bastia zum Cap Corse
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Hafengebühr Bastia