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Fehlersuche Elektrik - Motor

Zwei Teile der Motorelektrik führen zu Startproblemen: Das Ladesystem (Lichtmaschine) und das Startsystem mit dem Anlasser

Das Ladesystem besteht aus einer Lichtmaschine, die Wechselstrom abgibt  (Alter-nator und nicht Generator). Es wird deshalb ein Gleichrichter benötigt, der in der LiMa eingebaut ist, und aus dem Wechsel- dann Gleichstrom macht und in das Bordnetz einspeist. Die Stärke des Stroms muss noch dem Ladezustand der Batterie(en) angepasst werden - auch dieser Regler ist in konventionellen Automobil- Lichtmaschinen eingebaut.

Die Elektrik auf einem Schiff unterscheidet sich jedoch etwas von der Auto-Technik, denn bei letzterer soll ja nur ein Motor gestartet werden. Batterien hierfür müssen in sehr kurzer Zeit sehr hohe Ströme für Vorglühanlage und Anlasser bereitstellen - und haben nach dem Startvorgang "Feierabend". Auf dem Segelschiff wird aber aller Komfort, Kühlboxen, Navigationsinstrumente und Beleuchtung aus Batterien gespeist. Hier erfolgt eine Stromabgabe mit weniger hohen Strömen und über einen wesentlich längeren Zeitraum als bei einer Starterbatterie. Die Batterietypen für diese beiden Anwendungen unterscheiden sich.

Meist wird aus diesen Anforderungen heraus das Bordnetz in zwei Teile getrennt: Die Starterbatterie und die Servicebatterie. Hierzu werden Ladeumschalter genutzt. Hier gibt es recht viele Varianten, vom handbetätigten Schalter über Trennrelais, Trenndioden, Ladestromverteiler etc.

Die Störungsforschung bezieht sich hier nur auf die Starterbatterie. Es wird bei allen o.g. Ausführungen immer zuerst die Starterbatterie, möglichst auf den Nennwert, nach Typ, von 13,8-14,4 Volt geladen, dann wird auf die Servicebatterie umgeschaltet.

Sinvoll für die Ursachenforschung ist ein Mulitmeter, das es für sehr kleines Geld in den einschlägigen Läden gibt. Es sollte Volts (DC und AC) "können" und auch Ohms messen. Ein akustischer Pieper für Leitungsmessungen ist auch nicht schlecht.

Anschlüsse
Der Aufbau der Lima ist im Grund genommen immer gleich. Nur unterscheiden sie sich durch externe Regler (ältere Limas) und interne Regler (neuere Limas). Lichtmaschinen mit internem Regler haben mindestens drei Anschlüsse: Batterie- Minus/Masse, Batterie- Plus und einen Anschluss für die Ladekontrolleuchte D+/Klemme 61.

  Feld bzw Läufer Masse /  "Body" Ladekontrolle Zündung Drehzahlmesser Batterie +
Bosch DF D- D+ / 61   W B+
Delco EU DF D- L / D+   B+  
Hitachi F E L   P B/A
Valeo EXC - L / D+   W B+

Einmal bitte prüfen:
- Kontaktstellen plus und minus an der Batterie Polklemmen. Diese sollen blank, mit etwas Säureschutzfett versehen und fest angezogen sein.
- Die Kontakte bzw. Anschlüsse an der Lichtmaschine sollen frei von Korrosion, die Rundkabelschuhe mit Zahnscheiben und fest angezogen sein.
- Geht die Ladekontrolle bem Einschalten der Zündung an? Wenn nicht, Leuchtmittel kontrollieren (Voltmeter-Ohm-Piepser) und ggf durch gleichartiges  "Birnchen"ersetzen.
- Geht die Kontrolle denn nach dem Motorstart bei leicht erhöhtem Leerlauf aus?
Wenn nicht- Ursachen: Keilriemen rutscht oder ist gebrochen. Kabel an D+/61 der LiMa nicht angeschlossen, gebrochen, lose oder korrodiert. Massekabel lose, gebrochen, defekt (An Motor, an Batterie Minus). Erregerspannung von Zündung +  kommt nicht an (D+ /61).
- Die Spannung der Batterie erhöht sich nicht signifikant (messen zwischen + und - der (Starter-) Batterie) nach starten des Motors und erloschener Ladekontrolleuchte und erhöhtem Leerlauf? Dann die Kontakte und verschraubungen des Lichtmaschinenreglers sowie des Ladestromverteilers prüfen. Um den Ladestromverteiler als Fehlerquelle auszuschließen, ist dann eine direkte Verbindung zwischen B+ und der Batterie unter Umgehung der Aufteilung nötig. !!! Nicht mit einem dünnen Kabel brücken !!! Bei den hohen Ladeströmen selbst einer 60A Lima ist ein Querschnitt von 16 mm² sinnvoll.
Weiterhin sollte die Lichtmaschine warm werden, wenn sie lädt.

Wenn die Batterie sehr heiß wird, ist das ein Indiz dafüür, daß die Batterie überladen wird. Mit dem Voltmeter die Spannung messen, diese sollte nicht oberhalb von 14,4 Volt sein. Hierfür könnte der Laderegler verantwortlich sein (nicht der Ladestromverteiler), auch kann es bei zu niedrigem Säurestand von Flüssigelektrolytbatterien ("normale Autobatterien") zum kochen der Batterie kommen. Dies macht sich durch einen Säuregeruch bemerkbar. Bei Gel und anderern Fliesbatterien tritt dieses Phänomen nicht auf. Ursachen können sein:
Batteriesäurestand zu niedrig - Batterie defekt - Batterie Spannungskabel zum Voltmeter gebrochen, lose, korrodiert oder nicht angeschlossen - Kurzschluß im Laderegler