Beim Losfahren rappelt es recht komisch, ich schiebe es auf den maroden Straßenbelag, und fahre weiter auf die Autobahn auf, die in diesem Bereich eine Baustelle ist. Merke nach dem Verlassen der Beschleunigungsspur nun wirklich, daß etwas nicht in Ordnung ist. Wir halten auf dem engen Standstreifen an und stellen fest, daß das linke Hinterrad des Bus platt ist. es folgt eine Lehrstunde in moderner Autotechnik und -Ausstattung: Das teure Auto hat gar kein Ersatzrad, sondern nur ein Pannenset, daß ich wohlweislich vor Fahrtantritt noch erneuert hatte. Sogar ein kleiner Kompressor ist dabei: Süß! Nützt aber jar nischt, wenn der Reifenschaden nicht die Lauffläche, sondern die Reifenflanke (Karkasse) betrifft. Einen Reparaturversuch mache ich und fahre gar 400 Meter, um die Flüssigkeit zum Wirken zu bringen, aber es geht nicht.
Akt 2. Der ADAC. Petra ist GoldPlusSuperMitglied und ruft in München an und versucht der ausgesprochen hilfsbereiten Frau am Telefon zu erklären, daß wir abgeschleppt werden müssen, aber ein Boot am Haken haben, daß auf gar keinen Fall auf einen Abschlepper drauf passt. Ho capito, sie verspricht, sich innerhalb einer halben Stunde zu melden.
Akt 3: Nix passiert. Warten. Warten. warten. Nochmal telefoniert. Nochmal erklärt. Auch den Krantermin am Dienstag um 1100 und die Notwendigkeit, auch das Boot von der Straße zu holen. Mittlerweile ist es 2050. Um 2130 tauchen Blinklichter am Horizont auf: ein Riiiesenabschlepper! Mit zwei älteren Herren, den Nonnos. Nach Klärung der Lage fahre ich den Bus auf die Ladefläche, das Boot wird dahinter angekuppelt... und los geht die wilde Fahrt mit Petra und Nonno 1 in Führerhaus des LKW und mir und Nonno 2 im Bus auf der Ladefläche. Knöchel weiß, will mitlenken, mitbremsen. Petra versucht derweil den Nonno 1 zu animieren, etwas langsamer zu fahren. wir werden auf den Hof des Abschleppunternehmens gefahren, die Jungs wissen zwar von der Problematik des Krantermines, aber morgen ist ja Sonntag und kein neuer Reifen für den Bus zu organisieren. Wollen wir in ein Hotel? Nein, wir schlafen im Bus (Hotel California...) und bekommen sogar Strom aus der Werkstatt. Ende des aufregenden Tages ist 2345.
Gute Nacht.