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Der Sommertörn: 2 Wochen Mittelmeer

Elba / Korsika 2011

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2011 wollen wir die vela für einen Urlaub in Richtung Mittelmeer ziehen - ins Salzwasser - und uns ein wenig rumtreiben.

Geplant ist, das Schiff in Piombino ins Wasser zu lassen und uns auf den Weg in Richtung Elba und Korsika zu machen.

Nachdem die Urlaube genehmigt sind, geht es jetzt an die Planung. Ich kenne das Revier von vielen Skippereinsätzen für Reiseveranstalter, aber es ist das erste Mal mit dem eigenen Schiff. Insofern gibt es außer einem Satz Seekarten hier nicht viel zu organisieren.

Das Schiff muß aber vom Bodensee Racer auf Mittelmeer- Tourer umgerüstet werden. Das fängt mit Gastlandflaggen an und geht über Notsignale bis zum Beiboot für die schönen einsamen Ankerbuchten

With a little help...

Ohne sie wäre das ganze Unternehmen ungleich viel stressiger geworden: Danke an Wolfgang (für das Beiboot), an Obi-Wahn und das Team von Woick in Filderstadt (diverse Ausrüstungsgegenstände), Judith für das Appuntamento a Salivoli, Franz für das Kranen in Altenrhein und die Fa. Brodmann für die rechtzeitige Inspektion und das Entdecken des Marderschadens. Die ganz schiffs- spezifischen Dinge kommen von Fa. AWN aus Hamburg, genauso wie die Karten - die aber von HanseNautic.

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Tour de vela - Tag 1

Pfingstsamstag, 11.7.2011 - Es geht los!
wir starten um 0800 mit dem Auto von Konstanz nach Altenrhein; im Regen kommen wir um 0900 dort an. Wir verpacken unsere Regattasegel und die Vollpersenning und deponieren sie in der Werkhalle des Hafenmeisters. Nach dem Entfernen von Großbaum und Kicker löse ich die Wanten und demontiere das Achterstag, so daß dem Mastlegen nichts mehr im Wege steht. Der Krantermin ist um 1100, Hafenmeister Franz Huber bedient wie immer souverän den Masten- und den Hebekran und positioniert das Schiff optimal auf dem Trailer. Jörg kommt auch noch dazu und hilft beim Verpacken und Verschnüren. Nach einem Mittagessen um 1400 (Salat bzw. Pommes) im Hafenrestaurant lassen wir den Motor an und rollen gen Süden.

Aufgrund des Feiertages und Schulferien ist recht viel Verkehr, das Radio meldet 10 km Stau auch vor dem San Bernadino. Die Straße ist gut, die Steigungen mäßig, so daß der Bus nur selten in den dritten Gang muß. Jörg gab uns noch den Tipp, bei der Via Mala, einem der berüchtigsten Streckenabschnitte bei der Alpenüberquerung über den San Bernadino anzuhalten, aber das haben wir nicht gemacht, weil das Abstellen des immerhin 14 Meter langen Gespannes bei vollen Autobahnparkplätzen nicht wirklich witzig ist. Die Gefällestrecke nach Chiasso besteht aus lauter Spitzkehren, die sind mit dem Gespann fahrbar, aber man merkt schon, daß da hinten dran einige Kilos schieben und auf die Hinterachse drücken. Um 1700 sind wir an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien; ein "Aufregepunkt" für Petra. Grenze heißt Zoll. Und Zoll heißt in unserem Fall immer Stress.

Grenzübertritt

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Der erste Espresso!

Hintergrund ist, daß wir laut Bodensee Schiffahrtsordnung ein Schweizer Bootskennzeichen an einem nicht in der Schweiz verzollten Schiff fahren (müssen). So prangt am Bug unserer Vela das St. Galler Wappen und das rote Schweizer Kreuz. Der Hänger ist noch nicht nach Konstanz umgemeldet, und das Zugfahrzeug ist das Einzige, was "klar" ist. Viele Unwägbarkeiten für meine Liebste, die die Dinge gerne klar und geklärt hat.... . Aber alles easy, wir fahren auf die Caravanspur und werden sowohl vom Schweizer als auch vom Italienischen Zoll lässig durchgewunken. Um 1745 sind wir in der Nähe von Como  und fahren auf eine Raststätte, um den ersten Italo-Espresso zu nehmen - lekker.

Reifenpanne

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Beim Losfahren rappelt es recht komisch, ich schiebe es auf den maroden Straßenbelag, und fahre weiter auf die Autobahn auf, die in diesem Bereich eine Baustelle ist. Merke nach dem Verlassen der Beschleunigungsspur nun wirklich, daß etwas nicht in Ordnung ist. Wir halten auf dem engen Standstreifen an und stellen fest, daß das linke Hinterrad des Bus platt ist. es folgt eine Lehrstunde in moderner Autotechnik und -Ausstattung: Das teure Auto hat gar kein Ersatzrad, sondern nur ein Pannenset, daß ich wohlweislich vor Fahrtantritt noch erneuert hatte. Sogar ein kleiner Kompressor ist dabei: Süß! Nützt aber jar nischt, wenn der Reifenschaden nicht die Lauffläche, sondern die Reifenflanke (Karkasse) betrifft. Einen Reparaturversuch mache ich und fahre gar 400 Meter, um die Flüssigkeit zum Wirken zu bringen, aber es geht nicht.

Akt 2. Der ADAC. Petra ist GoldPlusSuperMitglied und ruft in München an und versucht der ausgesprochen hilfsbereiten Frau am Telefon zu erklären, daß wir abgeschleppt werden müssen, aber ein Boot am Haken haben, daß auf gar keinen Fall auf einen Abschlepper drauf passt. Ho capito, sie verspricht, sich innerhalb einer halben Stunde zu melden.

Akt 3: Nix passiert. Warten. Warten. warten. Nochmal telefoniert. Nochmal erklärt. Auch den Krantermin am Dienstag um 1100 und die Notwendigkeit, auch das Boot von der Straße zu holen. Mittlerweile ist es 2050. Um 2130 tauchen Blinklichter am Horizont auf: ein Riiiesenabschlepper! Mit zwei älteren Herren, den Nonnos. Nach Klärung der Lage fahre ich den Bus auf die Ladefläche, das Boot wird dahinter angekuppelt... und los geht die wilde Fahrt mit Petra und Nonno 1 in Führerhaus des LKW und mir und Nonno 2 im Bus auf der Ladefläche. Knöchel weiß, will mitlenken, mitbremsen. Petra versucht derweil den Nonno 1 zu animieren, etwas langsamer zu fahren. wir werden auf den Hof des Abschleppunternehmens gefahren, die Jungs wissen zwar von der Problematik des Krantermines, aber morgen ist ja Sonntag und kein neuer Reifen für den Bus zu organisieren. Wollen wir in ein Hotel? Nein, wir schlafen im Bus (Hotel California...) und bekommen sogar Strom aus der Werkstatt. Ende des aufregenden Tages ist 2345.

Gute Nacht.

Der zweite Reisetag

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Lekker Pizza!

Pfingstsonntag, 12.7.2011
Nach einer gut geschlafenen Nacht sind wir um 0900 gerade mit dem Morgen- Espresso fertig (wir haben ja alles an Bord), als ein weiterer gelber Abschlepper auf den Hof rollt.

Heraus steigt Sohn (oder Enkel?) der Nonni, schaut kurz auf den kaputten Reifen, wühlt ein wenig in seinem Lager herum und findet einen halbwegs passenden Reifen mit entsprechender Traglast - er ist halt ein bisschen breiter, aber passt auf die Felge. Das Ganze montiert und wir können um 1030 weiterfahren! Zurück auf der Autostrada fahren wir über Mailand und Parma gen Süden und biegen hinter Parma auf die Straße Richtung La Spezia ab. Die Appeninstrecke ist gut fahrbar, nicht allzu steil und führt durch eine Mittelgebirgslandschaft mit Pinien. Wir machen drei Mal Reifenkontrolle, alle ist in Ordnung. An einer Tankstelle telefoniere ich mit Judith, die ich vorsorglich alarmiert hatte, um den Krantermin zu verlegen und bericht von unserem Reifenabenteuer. Die Küstenautobahn von La Spezia endet kurz hinter Livorno. Kosten: 60€ für das Gespann.

Danach wird die Küstenstraße richtig schlecht, es rumpelt gewaltig und ist voller Bodenwellen und Fugen.

In Salivoli kommen wir gegen 1800 an und stellen das Gespann auf einem öffentlichen Parkplatz oberhalb der Marina ab. Es ist sehr windig, der Bus schaukelt bei aufgestelltem Dach bei den Böen hin- und her. Abends treiben wir noch eine kleine Pizzeria im Ort mit italienischem Charme (Neonröhren und Stahlmöbel) und excellenten Speisen auf und gehen recht zufrieden schlafen.

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Unser Gespann in Salivoli

Angekommen in Salivoli

Pfingstmontag, 13.7.2011

Krantag!

Heute ist Krantag! Wir gehen kurz nach 0800 zu Fuß runter in die Werft, um uns anzumelden, und die zwei Jungs meinen, der Termin um 1100 klappt und wir könnten doch das Gespann schon mal holen, was wir uns nicht zweimal sagen lassen. Wir packen aus, lösen die Gurte und Strippen 

Hinein ins Abenteuer Urlaub

Anreise

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